Gestern war in Basel „Ausnahmezustand“. Die Basel World als weiterhin eigentlich die grösste Uhren- und Schmuckmesse der Welt findet statt und gleichzeitig hat es der FC Basel in das Halbfinale der Europa League geschafft. Schon während der Basel World tickt die Stadt deutlich anders als normal. Abends in den Strassen herrscht nicht mehr das „Schweizer-Allerlei“ in Jeans und T-Shirt vor, sondern es mischen sich viel mehr Businessleute unter das Volk. Viele Europäer aber auch viele Asiaten, welche man als Touristen in Basel abends normalerweise nicht sieht (keine Ahnung wo all die Pauschalreisenden die Abende verbringen – in Luzern vielleicht – oder im Bett halt, weil der Sehenswürdigkeiten Marathon doch irgend wann viel wird).

Nun sind wir es durchaus gewohnt, „Fremde“ in der Stadt zu haben. Sowohl Deutsch (in deutscher Variante) also auch Französisch sind viel gehörte Sprachen, sowohl bei Gästen als auch beim Personal. Englisch fällt aber eher auf ausser in einem „Stammlokal“ in dem nur Englisch gesprochen wird. Deutsch in den Varianten „Deutsch“ und „Elsässisch“ gehört halt definitiv zu den Sprachen der Eingeborenen und nicht wirklich zu den Fremdsprachen!

Gestern Abend nun war das ganz anders. Unter das normale Volk hat sich also das Basel-World Volk gemischt, gut angezogen, international, manchmal ein bisschen Prominent. Vorher aber waren schon die Fans des FC Chelsea in der Stadt und haben für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt in Ihrem Körper gesorgt (war ja auch wichtig bei dem warmen Wetter). Meine Meinung hat sich nicht verändert, ich denke Engländer machen das mit Bier :-)!

Die Stimmung, die dadurch entstand war richtig – wie soll ich sagen – städtisch? Auf jeden Fall war das fern ab von normalen solchen Abenden. Gestern bei dem Wetter wären die Ausgehmeilen so oder so gefüllt gewesen (zumal der Donnerstag in Basel eh schon zu den „guten“ Tagen zählt) – aber so um 1800 wäre garantiert noch nicht alles voll gewesen. Und genau das fand ich auch ganz schön – es war wirklich alles gefüllt und nicht wie normal drei oder vier Bars zum Bersten gefüllt und die anderen leer. Es hatte einfach zu viele Leute und viele davon noch ohne die lokalen Vorbehalte gegen das eine oder andere Lokal. Chelsea TV hat auch anders als die bisherigen Englischen Fanclubs nicht unser berühmtestes Pub vorgeschlagen um zu trinken sondern hat seinen Fans empfohlen, die Stadt anzuschauen und Halt zu machen wo es Ihnen gefällt.

Randbemerkung: Den Chelsea Fans wurde empfohlen lokales Bier zu trinken weil das Pint der Ihren „unglaubliche“ 6-7 Euro kostet :-)! Welcome to Switzerland sage ich da…….

Durch diese Verteilung war gar nicht wirklich überfüllter als normal – obwohl VIEL mehr Leute unterwegs waren. Als wir dann Essen gingen sassen wir an einer Strasse, die nur für Taxis und die Zufahrt zu ein paar Hotels offen ist, kein Durchgangsverkehr. Ich sass schon oft da, aber noch nie waren da auch nur annähernd so viele Taxen unterwegs.

Fazit: Durch grössere, internationale Anlässe fühlt sich plötzlich auch Basel an wie eine Stadt, in der was läuft. Ich sage nicht, dass das sonst nicht der Fall ist, aber irgendwie fehlt die „Abwechslung“. Ich glaube, dies ist eine Domäne der grossen Messestädt – und da gehört halt auch Basel einmal im Jahr dazu! Das für die Bändigung aller Fussballfans notwendige Polizeiaufgebot ist im Prinzip auch nicht viel mehr als „Grosstadtgefühl“ – auf diesen Teil könnte ich persönlich dann doch eher auch verzichten.

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