Internet immer und überall? Eine Frage Dir nur wir „Alten“ uns noch fragen. Für unsere Jungen ist das scheinbar keine Frage mehr – und auch für mich ist es eigentlich schon eher mühsam KEIN Internet Zugang zu haben als einen solchen zu haben, obwohl dann immer wieder geschäftliche Dinge sich schon fast aufdrängen.

In den Ferien stellt sich dann immer die Frage des Zugriffes. Noch nicht alle Hotels (und schon gar keine Ferienwohnungssiedlungen) haben sich darauf eingestellt, dass die Kundschaft mit mehr als einem Gerät auftaucht. Einige (zunehmend, klar, immer mehr) bieten den Internet-Zugang als Dienstleistung im Preis inbegriffen mit an. Viele sind da aber doch noch auf dem Tripp, dass die Installationen Geld kosten und diese Kosten zumindest von den Benutzern bezahlt werden müssen – eventuell sogar eine Rendite abzuwerfen haben. Im Prinzip sehe ich darin auch nicht etwas Verwerfliches, auch ich möchte als Geschäftsmann „cash out“ möglichst verhindern. Cash out heisst hallt immer tot – irgendwann.

Jetzt hatte ich mal wieder das Vergnügen, in einem Hotel für Geld einen Zugangscode zu erhalten, damit ich auch im Zimmer Zugriff auf das Internet erhalte. Die Tarife waren aus meiner Sicht durchaus fair – oder sagen wir ich gebe dafür so viel Geld aus (Tarif: 30 Minuten pro Tag in der Lobby gratis / 7 Tage auf dem Zimmer ohne Mengenbegrenzung 20 Euro). Dabei wurde mir im Zimmer der Download zwar nicht in der Menge begrenzt, aber die maximale Geschwindigkeit war 1Mbit/s- dies wird von einigen Anbieter auch heute noch als „Einsteigerinternet“ angeboten. Für mich ganz OK, wir haben Restaurants gefunden, „gefacebooked“, Mails gelesen und/oder beantwortet, alles in bester Ordnung.

Erstaunliches passierte aber später. Irgendwann wollten wir auch mal „unsere Ruhe“ und haben den Kindern die Benutzung Ihrer Geräte erlaubt um mit Whatsapp zu „kommunzieren“ oder halt um sich ein paar Videos anzuschauen auf youtube. Und siehe da – nach wenigen Minuten waren die Reklamationen da. Youtube stottert, HD-Videos machen Pause usw….! Die Akzeptanz, dass solche Dinge auf dem Internet einfach nicht überall so laufen wie bei uns ist absolut bei null (und natürlich bin ich daran schuld weil ich zu Hause all diese Probleme gelöst habe…). Für die Zukunft heisst das aber, dass solche Dienstleistungen wohl schlicht als Standard angesehen werden und sich Anbieter von verschiedensten Leistungen – und Hotels in diesem Fall im Speziellen – überlegen müssen, wie Sie das bewerkstelligen können. Ich bin mir sicher, dass auf den einschlägigen Blogs wie holidaycheck oder so die Bedeutung dieser Leistungen zunehmen wird – aber nur über eine kurze Zeit („einige“ Jahre) – danach wird das selbstverständlich sein.

Nun noch zum Thema einzelner Zugriff. Für die 20 Euro habe ich natürlich einen mit Passwort und Benutzername „gesicherten“ Zugang für 7 Tage erhalten – dieser gilt für ein Gerät. Nachdem ich diesen Zugriff für mein Notebook aktiviert hatte, habe ich einen ziemlich entgeisterten Blick meiner Frau eingefangen – was nun mit Ihren Whatsapps, Mails und Facebooks? Die Kinder wussten da noch nichts davon, dass nur der Papa kann….! Tipp für alle, die ein Windows-Gerät mit in die Ferien mitnehmen: connectify hotspot. Der einzige Hotspot (..den ich gefunden habe….) der Wifi als Internet-Eingang und Wifi als Sharing Ausgang akzeptiert hat – eine Demoversion für 7 Tage (passt perfekt ;-)) – oder sonst eine „livetime license“ für 59.– – das überleg ich mir noch. Ich habe auch gelesen, dass Windows das eigentlich so oder so kann- aber die Einrichtung war dann doch zu viel für den Urlaub (wenn einer weiss wie, gerne nehme ich eine detaillierte Erklärung entgegen, als Informatiker darf man mir durchaus mit Fachbegriffen kommen……mit den Windows Anleitungen habe ich das auf jeden Fall nicht innert Minuten geschafft….).

Alle konnten also über den für einen Anschluss gekauften Hotspot auf das Internet – einige mit Reklamationen (wegen ruckelnder Videos) andere absolut zufrieden. Die Familie Tschan hat in sechs Tagen IM URLAUB 9 GB Daten über das Hotelnetzwerk laufen lassen. Ich bin schlicht nur noch beeindruckt, die Datenmenge hätte vor wenigen Jahren noch Monate gebraucht um rüber zu kommen.

Fazit: Ich will nicht mehr auf Internet verzichten – und das ist vielleicht ein Fehler. Allerdings kommt mir die „Sucht“ im Moment nicht als Belastung rüber. Eher das Gegenteil ist der Fall, das „informiert sein“ beruhigt eher als dass es belastet. Dass die Kinder im Urlaub reklamieren, dass HD-Videos nicht richtig laufen ist eine neue Dimension – ich glauben, Ferien auf der Alphütte ohne Strom (und damit selbstredend ohne Internet) sind doch einmal angesagt. Um ganz ehrlich zu sein – ich bin mir nicht sicher, wer die grössten Probleme damit hätte, mir ist auf jeden Fall auch nicht ganz wohl bei dem Gedanken……..

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