Schon einige habe ich über meine mobile Art der Kommunikation berichtet. Jetzt ist mal wieder der seltene Fall eingetroffen, dass das mobile Geräte zu Hause geblieben ist und ich das erst im Zug nach Zürich festgestellt habe.

Was sind denn nun so die Erfahrungen nach diesem einen Tag…durchaus negativ – und ich bin schockiert darüber! Ein bisschen speziell war der Tag noch dazu – ich arbeitete am Morgen in Zürich, hatte am Nachmittag dann einen Expertentermin in Basel und blieb dann gleich dort im Büro – also war der Tag eher noch mobiler als ein normaler Arbeitstag.

Es ist nicht so, dass irgendetwas schief gegangen wäre oder verpasst wurde, ganz und gar nicht, alles lief aller bestens und normal. Es war eher so das Gefühl, welches mir doch etwas Angst macht. Um 13:00 Uhr am Treffpunkt in der Schalterhalle des Bahnhofes Basel – wie könnte das zu einem Problem führen? Eigentlich gar nicht, bis 11:30 war ich so oder so erreichbar…es müsste also etwas Unvorhergesehenes passieren in diesen knapp eineinhalb Stunden. Aber ja, das könnte ja tatsächlich sein……es war mir nicht wohl bei der Sache, schlimm!

Kommt noch dazu, dass mein Büro (von wo aus ich wieder alle Kommunikationsmittel zur Verfügung hätte) knappe zwei Minuten zu Fuss vom Treffpunkt entfernt ist – also auch im Notfall hätte ich mich rasch „informieren“ können.

Ich bin soweit über mich selbst noch beruhigt da ich weiss, dass ich zum Beispiel im Urlaub recht locker auf diese permanente Erreichbarkeit verzichten kann, aber ich befürchte, auch dies ist eine Frage der Zeit – irgendwann wird auch unerreichbar am Strand liegen eine unangenehme Situation sein.

Über alles gesehen erachte ich dies als ein Problem – ein persönliches Problem bei mir und ein Problem der Wirtschaft. Habe ich nicht eine 42 Stunden Vertrag? Muss ich die Probleme vom Montag am Samstag lösen – ja, weil jetzt weiss ich ja davon und dann hätte ich ein schlechtes Gewissen, nichts zu unternehmen. So verlängert sich die Arbeitszeit jedes einzelnen um etliche Stunden, in welchen man unterwegs und zu Hause noch Dinge für die Arbeit macht.

Dies führt sicher zu erheblich mehr „Stress“ (einfach weil die Erholungsphasen sich irgendwann nur noch auf die passive Erholung begrenzen werden => Schlaf) und die verlängerte Arbeitszeit von Mitarbeitern unter Umständen zu erhöhter Arbeitslosigkeit. Propheten der Produktivität werden mich einen Unwissenden nennen – dort würde man Zahlen interpretieren und sehen, dass dieselben Umsätze und/oder Gewinne mit weniger Menschen erreicht werden konnten – oder mit denselben Menschen Umsatz/Gewinn oder Marge erhöht werden konnte, was ja per se in der Wirtschaft als positiv beurteilt wird.

Ich sehe leider für mich da auch keinen Ausweg, die Masse regiert hier in eine ganz klare Richtung und ich hoffe einfach, dass die Jugend von heute in Zukunft auch nicht gleich tot umfällt, nur weil mal der Akku leer ist…..

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