Manchmal frage ich mich, wieso ich mir eigentlich das Sportzeugs antue – so richtig süchtig danach bin ich noch immer nicht, es geht mir auch sehr stark dabei um die Natur beim Biken und nicht nur um den Sport. Vor allem jetzt im Winter muss man sich schon immer in den Hintern kneifen damit man auch wirklich was tut. Rumhängen, Flasche Wein öffnen – ja, ist auch ein Leben….

Gesundheit ist natürlich ein Thema – der Mensch ist nun mal nicht zum Faulenzen gebaut, der Apparat braucht eine gewisse Beschäftigung, damit er richtig funktioniert. Für mich liegt das eigentliche „Problem“ in obigen Zahlen. Die erste beschreibt mein Gewicht mit ca. 20 – 30 Jahren – die zweite meinen Höchststand ein paar Jahre später und die dritte so ungefähr das aktuelle Niveau – nicht wenig bei der Länge des Körpers, aber für mich akzeptabel.

Was war da überhaupt passiert? 85 zu halten war als Single mit notorisch leerem Kühlschrank recht einfach – anstatt nochmals raus, einfach ins Bett und schlafen – essen kann man auch am morgen wieder. Danach habe ich meine Frau kennen gelernt und gleichzeitig einen sehr anstrengenden Job angenommen. Dass man gleichzeitig persönlich zur Ruhe kommt und geschäftlich in Hektik war schon eine fatale Mischung – es war doch immer so gemütlich zu Hause ;-)! Bei der Arbeit gab es dann schon mal Hotdogs zum z’Nüni und recht fettige Mittagsmenus beim Imbiss-Stand um die Ecke. Eskaliert ist die Situation eigentlich als meine Frau schwanger wurde und sie plötzlich – für sie eher ungewöhnlich – auch noch auf die eher fetten Speisen mehr Lust gekriegt hat als früher.

Somit war irgend wann der Punkt da, an dem Treppensteigen mit erhöhtem Puls und Keuchen verbunden war – und da musste ich einsehen, dass dies keine Lösung sein kann – auf gar keinen Fall. Also – Sport – „nichts“ essen, kein Alkohol und Sport! 8 Monate lang und die 90 kg waren wieder hergestellt. Ich bin ganz froh, dass mich meine Frau nie gedrängt hat dazu – obwohl ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass ihr das gefallen hat ;-)!

Was aber viel wichtiger war als das eigentlich Gewicht war die zurück gewonnen Vitalität – deshalb ist mir auch heute „egal“, ob da mal ein paar Kilos mehr oder weniger drauf sind – aber ich will nie mehr so träge und schlapp werden wie damals. Deshalb wird jetzt halt auch dann mal trainiert, wenn es keinen Spass macht, wenn ich mich dazu überwinden muss. Weil eines ist auch klar, ob ich eine solche Kur nochmals durchziehen könnte, das weiss ich nicht. Die „Leiden“, die damit verbunden sind, sind doch recht gross.

Bei den ersten Trainings im Fitness-Studio haben die Ergometer dauernd auf Ihren Displays angezeigt „bitte treten sie schneller“ – aber das ging nicht :-(! Danach hatte ich wohl ca. 10 Wochen am Stück Muskelkater. Dann kam eine Phase, an der der Körper sich entschied, doch das Spiel mit zu machen – es gibt mehr Muskeln und plötzlich geht auf der Waage nichts mehr – zum Glück sprechen die Gurtlöcher da dann eine andere Sprache, sonst wäre das Frust pur gewesen (trotz eigentlich sehr positiver Botschaft).

Also, allen die sich in Richtung Sofakartoffel bewegen kann ich nur raten, das nicht zu tun. Es ist nämlich irgend wann mal auch gar nicht mehr bequem oder gemütlich sondern schlicht nur noch mühsam – und erstaunlich, etwas gut trainiert säuft es sich im Ausgang besser und die Regenerationsphasen werden kürzer – kein wirklich wichtiger Punkt bei der Geschichte :-)!

Ran an den Speck, es darf schon Speck sein, ich bin weit weg von „kein Speck“, aber der muss mobil sein, muss bewegt und trainiert sein und irgendwo drunter sollen ein paar Muskeln stecken!

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