Nein, ich mag nicht alle Marken, einfach weil diese einen guten Namen haben. Ich habe mir überlegt, wieso ich eigentlich einige Marken mag und wieso einige nicht.

Eine ganze Reihe von Marken erhalten bei mir beim Einkauf den Vorrang, falls diese das gesuchte Produkt anbieten. Es gibt da BMC (Bikes) , BMW (Autos), Electrocompaniet (Hifi), Bang&Olufsen (Fernseher), Tods (Schuhe), Sony (Notebooks)…….und noch einige mehr. Nun beim Blick zurück fällt mir auf, dass dies alles Marken sind, mit denen ich in der Vergangenheit GUTE ERFAHRUNGEN gemacht hatte. Ich bin davon überzeugt, dass die gute Erfahrung mit einem Produkt eine „Liebe“ generiert, welche (wie bei der echten Liebe auch) über Schwächen des Produktes hinweg sehen lässt. Zu solchen Schwächen gehört natürlich gerade bei Markenartikeln leider auch recht oft der Preis….

Trotzdem musste ich mich fragen – wieso mag ich Microsoft? Es wäre jetzt etwas die Situation verkennt wenn ich sagen würde, dass ich mit Microsoft hauptsächlich gute Erfahrungen gemacht habe – oder etwa doch? Es braucht gerade in diesem Fall eine etwas differenzierte Betrachtungsweise als bei anderen (wie z.Bsp. BMW – dort habe ich mal einen gekauft, der hat mir gefallen und hat einfach immer funktioniert). Microsoft hat mir in meinem beruflichen Leben immer Produkte geliefert welche in der Lage waren, die Anforderungen an Projekte zu erfüllen. Somit sind diese Projekte gut raus gekommen und im Umkehrschluss sind wir dann halt doch wieder bei den guten Erfahrungen..

Aber wie weit geht denn so eine Markentreue oder Markenliebe? Sie ist definitiv nicht grenzenlos. Begrenzt wird das in meinem Fall immer durch zwei Elemente. Auf der einen Seite gibt es Lieblingsmarken, die zum richtigen Zeitpunkt einfach das richtige Produkt nicht anbieten können – dann halte ich es meist auch nicht aus zu warten sondern kaufe ein anderes Produkt. Ebenso gibt es Marken, die ein Produkt anbieten könnten, das ich will, aber zu einem Preis, den ich nicht bezahlen will (….oder kann….)! Also ist auch das „Lieblingsmarkenprodukt“ eigentlich denselben Mechanismen unterworfen wie jedes andere. Zur rechten Zeit verfügbar zu einem konkurrenzfähigen Preis – obwohl ich natürlich bei beiden Punkten mehr Kompromisse eingehe als beim „normalen“, nicht von den Lieblingen produzierten Produkt.

Wieso schaffen es denn einige Marken nicht – wie zum Beispiel bei mir Apple – zur Lieblingsmarke zu werden trotz aller unverkennbarer Vorzüge. Im Gegensatz zum „wie wird eine Marke zur Lieblingsmarke“ erachte ich diesen Prozess als hoch emotional. Natürlich gibt es Marken, die man auf Grund schlechter Erfahrungen nicht (mehr) mag wie bei mir zum Beispiel Audi – die haben es dann auch schwer mit einer zweiten Chance. Aber es gibt auch andere, die mag ich „halt“ einfach nicht und ich kann definitiv manchmal nicht sagen, wieso das so ist. Jedes Argument, dass ich aufzählen würde zum Beispiel wieso ich Apple jetzt nicht sooo mag kann man in der Luft zerreissen und zu recht anmerken, dass das Genannte auch auf viele andere Marken zutrifft……

Ich habe „meine“ Marken für den Moment gefunden, sehr selten kommen weitere dazu und genau so selten fallen einige weg. Sony Computer zum Beispiel habe ich in letzter Zeit nicht mehr gekauft (sondern Apple, Asus und Toshiba……) – aber trotzdem bleibe ich dabei dass auf ein Notebook eigentlich der Name VAIO drauf gehört..

Es ist komisch – viele sagen es ist eine reine emotionale Bindung zum Produkt – ich glaube das nicht, aus meiner Sicht mag man ein Produkt zwar auf rein emotionaler Ebene meist zuerst, aber es muss dann zu Beweisen kommen, dass es ein Produkt auch wert ist, geliebt zu werden.

Ergibt sich daraus irgend eine neue Erkenntnis für mich, oder für Hersteller? Nö, eher nicht, ich kaufe weiterhin was ich mag solange ich vom Produkt danach überzeugt werde und die „Erstauswahl“ wird weiterhin denselben Kriterien entsprechen. WC Bürschteli würde ich jetzt nicht von BMW kaufen, auch wenn es das geben würde…..

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