Nein, ich habe es nicht nochmals getan. Allerdings zeigt dieser Artikel, dass wohl tatsächlich die Verbreitung in und um Basel noch sehr gering ist und einige auch offensichtliche Mühe damit bekunden.

http://bazonline.ch/basel/stadt/Wirte-tun-sich-schwer-mit-dem-Internet/story/27291540

Ich denke, das ist jedem Wirt sein gutes Recht zu sagen „nee, brauch ich nicht“ . Ob nun der Aufwand wirklich so viel grösser ist, vage ich zu bezweifeln, kommen doch die Informationen alle schon schön digital in eindeutiger Form zum Wirten hin und er könnte diese einfach weiter verwenden.  Ich habe schon viele Reservationsbücher gesehen, da hatte keiner eine Ahnung was drin steht weil einige Menschen nicht gerade leserliche Schriften schreiben…

Nach der Lektüre haben sich mir zwei Fragen gestellt. Wieso stellt sich der Aufwand für den Wirt denn so unterschiedlich dar und kann man es sich leisten, nicht mitzumachen.

Zum ersten habe ich für mich eine Erklärung gefunden. Es gibt Wirte, die so oder so mit dem Computer umgehen und Arbeiten, für diese ist das Buchungssystem auf dem Computer wahrscheinlich eher Segen als Fluch – und eventuell waren Computer an Stelle von Reservationsbüchern so oder so schon vorgesehen. Der Mehraufwand bei inkonsequentem Einsatz der Mittel ist sicher nicht abzustreiten. Wenn ich online Buchungen immer abrufen und manuell in ein „Reservationssystem“ (was dann auch ein Buch sein kann) eintragen muss entstehen wohl zwangsläufig Fehler.

Die zweite Frage lässt sich nur sehr schwer beantworten. Kann ich mir das überhaupt noch leisten…..natürlich kann ich mich auf den Standpunkt des Wirtes stellen der im Artikel sagt „machen wir nicht solange wir die Hütte auch so noch voll kriegen“, allerdings fehlt dieser Einstellung irgendwie die unternehmerische Weitsicht. Wenn die Hütte dann nicht mehr voll wird, dann macht er dann auch online Reservationen und dann läuft der Laden wieder – oder wie soll man sich seine Aussage vorstellen?

Ich glaube, man kann es sich leisten, das System so nicht anzubieten – aber es ist eine Frage der Zeit bis ein Wirt damit rechnen muss, Einbussen einzufahren. Die Verbreitung mobiler Geräte nimmt weiter rasant zu und wenn das mit der Buchung einfach zu bewerkstelligen ist, wird sich der Kreis der Benutzer erweitern. Wäre ich an der Stelle diesen Entscheid treffen zu müssen, ich glaube ich würde das System aufbauen und versuchen, die internen Probleme zu lösen oder zu adaptieren (Aufheben von echten Reservationsbüchern – elektronische Mittel verwenden) und somit von Anfang an dabei zu sein.

Vielleicht darf man nicht unterschätzen, dass Restaurants durchaus auch mal eine Art „Gästefilterung“ vornehmen während zumindest einer persönlichen Reservation. Wenn der Mensch so gar nicht ins Bild passt, ist dann ist vielleicht mal leider voll, oder auch wenn eine Telefonnummer nicht rückverfolgbar ist bei unbekannten Gästen. Diese Möglichkeiten verliert man komplett, in der Anonymität des Internets erhält jeder dieselbe Chance.

Für mich persönlich heisst das – nicht aufgeben, wenn ich zum nächsten Mal in ein Restaurant möchte und dieses ist dem System angeschlossen versuche ich wieder darüber zu buchen – auch als Motivation, ich finde es nämlich toll wenn ich zeitlich komplett unabhängig buchen kann und auch nicht an verschlossenen Türen oder (sehr beliebten) Telefonbeantwortern hängen bleibe.

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