JA, Abzocker gibt es noch – was immer das heissen mag. Beim verfolgen der Presse fällt mir in letzter Zeit auf, wie oft auf irgend eine Weise die Probleme beim Individualverkehr oder noch viel konkreter beim automobilen Verkehr liegen. Sind es denn auch immer Probleme?

Sehr spannend erachte ich die Diskussion über den neuen Bussenkatalog. Der Autofahrer wird kriminalisiert, nur weil er mal „aus Versehen“ auf der Autobahn 160 gefahren ist – ein Drama. Erstens passiert das nicht aus Versehen und zweitens ist die Gefährdung Dritter gegeben, wenn auch nicht bezifferbar. Bei solch groben Verstössen geht es auch nicht darum, dass man mal ein Schild übersieht oder so – in dem Fall fährt man nämlich nie in der Schweiz 40 zu schnell, ausser man fährt von ausserorts direkt ohne zu bremsen in eine 30-er Zone. Diese müssen ja eh bald wieder abgeschafft werden, da sie die Wirtschaft behindern ???? Wie denn das – ich habe keine Probleme damit, dass eine Stadt nicht einfach als Ganzes in eine Tempo 30 Zone umgewandelt werden soll, man würde die  Vorteile eliminieren. Die Hauptverkehrsachsen sollen schneller fliessen – hauptsächlich damit sich die Fahrt durchs Quartier tatsächlich auch nicht lohnt.

Also zum Tempo aus meiner Sicht – ich finde den Katalog so ganz gut, 40 zu schnell fahren geht gar nicht und der Vergleich mit Nachbarländern sollte vielleicht auch mal über Deutschland hinaus gehen – dann wäre das alles dann gar nicht mehr so abgehoben in der Schweiz.

Dann haben wir zu viel Verkehr, dafür bauen wir den Gotthard aus – für die Wirtschaft, damit alle am Wochenende und auch während den paar wenigen Haupt-Ferienwochenenden ohne Stau an ihr Ziel kommen – oder die die nach Italien gehen zumindest mal bis zum Zoll oder der ersten Zahlstelle in Italien….Ich verstehe dieses Freizeit Gehetze einfach nicht. Am Freitag ins Auto – ins Tessin, sich ärgern am Gotthard, schon wieder 3 Stunden Fahrt von zu Hause – am Sonntag zurück, wieder drei Stunden fahrt, wieder sich ärgern wegen Stau – und manchmal noch wegen dem Wetter, das gar nicht besser war als zu Hause. Diese 6 Stunden Fahrt waren für mich dann rein netto verfügbare Erholungszeit. Wie viele Menschen vergessen schlicht und einfach, wie absolut unnütz die Zeit ist, welche man mit „fahren“ verbringt. Auch ich gehe in die Ferien – 2-3 mal im Jahr sogar wenn Zeit und Geld das zulassen – und dann gehe ich auch mit dem Auto. Aber was soll ich mich ärgern über längere Reisezeiten wegen Stau, das ist halt einfach so und zu akzeptieren – auf jeden Fall kann es nicht mit dem Bau von einzelnen Stücken im Verkehrsnetz gelöst werden.

Nebenbei, ist es eigentlich nicht mehr so, dass uns das Öl irgend wann ausgehen wird?? Wann wurde denn zum letzten Mal darüber gesprochen? Offensichtlich braucht eine leistungsstarke Wirtschaft einfach Öl, deshalb kann das Thema nicht diskutiert werden, Öl muss es geben, schon alleine wegen der Wirtschaft – machen wir doch ein Gesetz, dass Öl nicht ausgehen darf ;-)!

Auch die Parkplatzsituation ist immer wieder ein Thema – auch ich habe mich selbst schon darüber geäussert, deshalb lasse ich das hier…

Es ist halt wirklich so, dass viel vom individuellen Verkehr nicht notwendige sondern Spassfahrten sind – und wahrscheinlich aus diesem Grund wird das Thema derart emotional diskutiert. Wir haben mit von den grössten Problemen unserer Zeit mit etwas, was es erst knapp länger als 100 Jahre gibt – und wir Menschen denken, wir sind intelligent. Unsere eigene Erfindung fällt uns in den Rücken – und wir haben so wie ich das sehe absolut keine Plan B……

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