Die Auto-Theorieprüfung

Meine Tochter hat gerade eben die Theorieprüfung um den Führerausweis zu erlangen bestanden. Nun war es natürlich ein weit verbreitetes Spiel unter uns langjährigen Autofahrern die Testprüfungen auch mal zu machen.

Da es hier in der Schweiz um eine „Lernsache“ geht (man muss halt die Antworten einfach lernen und kennen) war natürlich zu befürchten, dass wir alle komplett unter gehen werden und befürchten mussten, sollten die Resultate öffentlich werden, den Führerausweis abgeben zu müssen wegen Unkenntnis des Regelwerks.

Gut, bestanden hätte beinahe niemand, zumindest nicht auf Anhieb. Aber die erwartete Katastrophe ist auch nicht eingetroffen. Es waren zwar Resultate die hätten nicht genügt um die Prüfung im ersten Anlauf zu bestehen, aber keiner von den „Probanden“ hatten zuvor auch nur eine Minute gelernt. Also einfach hinsetzen, ich habe einen Führerausweis und ich mach jetzt die Prüfung. Achtzehnjährige Jugendliche lernen dafür doch einige Tage, ich habe dabei auch festgestellt dass diese sture und auch ein bisschen stumpfsinnige auswendig lernen der Inhalte wesentlich spannender zu sein scheint als nahezu alle Schulaufgaben. Auf jeden Fall mussten wir als Eltern nie drängen dass gelernt wird…

Macht es überhaupt Sinn, etwas sehr dynamisches aus der Praxis mit einer Theorieprüfung mit reinen Lernfragen zu untermauern? Absolut, weil es durchaus wichtig ist zu wissen was die Schilder entlang der Strassen bedeuten und wie Vortritte grundsätzlich geregelt sind. Klar, keiner wird im kleinen Dorf wenn er auf der breiteren Strasse fährt einen Rechtsvortritt für eine schmalere Strasse gewähren – und umgekehrt wird auch der auf der schmalen Strasse keinen Vortritt wollen. Wenn doch kommt der Fahrer aus der Stadt  ;-). Dass wir „Praxisfahrer“ aber alle doch recht viele Punkte machen konnten ohne zu lernen ist vielversprechend.

Ich kann hier nur für meine Fehler sprechen, aber die waren auch aus verkehrstechnischer Sicht jetzt keine Katastrophe. So hätte ich zum Beispiel wissen müssen, in welchem Bereich in Metern beim Signal „Gefährliche Kurve“ die Kurve dann tatsächlich kommt – das ist mir im Alltag egal, vom Schild weg könnte es gefährlich werden und ich bin vorbereitet. Weiss das jemand von euch Lesern einfach so auswendig? In welcher Distanz kann man die Kurve erwarten (nicht bevor x Meter und nicht weiter als y Meter)? Ich wusste es nicht und ich musste es auch jetzt wieder googeln um die Antwort im Fazit aufzuschreiben. Meine Fahrweise würde sich aber auch mit dem Wissen nicht verändern….Schild – dann vorsichtig sein.

Ebenfalls nicht ganz korrekt waren oft meine Antworten zu etwas komplexeren Vortrittssituationen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich wohl nicht allein bin mit dem Unwissen und in der realen Welt dann halt gefahren wird wie in Italien ganz allgemein, so wie es halt geht. Mit Licht- und sonstiger Hupe, mit Händen und Gesten usw. – und wahrscheinlich ganz of nicht so wie es unser Gesetzgeber in der Situation vorgesehen hätte. Natürlich ist es gut allgemein zu wissen wie es sein müsste, aber komplexe Vortrittsszenarien werden sicher im täglich Fahr-Leben permanent „falsch“ gelöst ohne dass dabei tragische Dinge passieren.

Fazit: Die theoretische Führerprüfung macht Sinn. Ich als einer der diese vor 35 Jahren gemacht habe (für landwirtschaftliche Motorfahrzeuge….) mit 14 kann heute fast noch alle Fragen richtig beantworten, das heisst die Praxis beweist tagtäglich die Theorie. Dass ich wegen zwei Punkten nicht bestanden hätte war trotzdem etwas ärgerlich…..

Fox Float RP23 versus DT Swiss X313

Nach vielen Jahren und Kilometern mit einem Fox Float RP23 (custom tuned für mein BMC Trailfox) ist dieser „explodiert“. Natürlich nicht mit grossem Knall und Fetzen, aber doch mit Öl-Spray über fast das ganze Velo. So richtig fieser feiner Spray welcher jeglichen Staub auf dem Rahmen sauber gebunden und fixiert hat :-(.

Nun ja, Fox hatte damals in der Betriebsanleitung alle 30h eine Wartung der Luftkammern und alle 100h einen Ölwechsel (oder jährlich). Zu meinen besten Zeiten hätte ich mehrmals jährlich also den 100h Service durchführen sollen. In der Schweiz kann ich diesen in einem offiziellen Center für CHF 149.– in Auftrag geben. Der Dämpfer hätte also jährliche Betriebskosten von wahrscheinlich eher 300 als 150 Franken verursacht (klar, es gibt die Leistung wahrscheinlich auch irgendwo günstiger, die Preisangabe gilt als Referenz. Der Dämpfer ist das Teil von dem ich gerne die Finger lasse obwohl ich alle anderen Teile am Bike selbst aufbaue und/oder warte (auch die Luftfedereinheit der Gabel bleibt von mir unberührt).

Anstatt alle 40h habe ich also alle 4 Jahre einen Service gemacht, den letzten vor 5 Jahren! Hinzu kommt, dass das Rad die letzten beiden Jahre nicht allzu viel bewegt wurde was natürlich den Dichtungen etwas zusetzen kann. Egal, da der Service vor 5 Jahren kostenfrei war hatte ich also seit dem Kauf des Dämpfers (ausser eines „Notfall-Occasion-Dämpfers im Engadin) keinerlei Betriebskosten ausser ein bisschen Luft und Brunox.

Diesen jetzt in einen Service zu senden wäre eine Möglichkeit gewesen, allerdings habe ich mich mal nach „guten Angeboten“ im Online-Markt umgeschaut und einen DT Swiss X313 gefunden für etwas über EUR 250.–. Da ich schon eine DT Swiss Gabel fahre und sagen muss, die ist wirklich eine Wucht fand ich die Idee ganz gut.

Beim Bestellen des Dämpfers müssen die Lagerbuchsen mit gekauft werden, da habe ich an Hobbyschrauber noch einen Tipp (naja, wahrscheinlich passiert dieser Fehler genau ein Mal pro Schrauberleben…)….wenn man die Schraube raus dreht sollte man danach den Aussendurchmesser der Hülse und nicht der Schraube messen. Tönt logisch, ist es auch, ich habe es trotzdem geschafft das verkehrt zu machen. War aber auch unfair, es gibt 6 mm und 8 mm Bolzen und meine Schraube hat genau 6 mm (was einen Bolzen von 8 mm nach sich zieht…..jaja, logisch, klar, weiss ich doch!). Ich konnte aber recht einfach nochmals Hülsen bestellen….wenn jemand braucht, DT Swiss Dämpferbuchsen 22.2mm breit, 6 mm Bohrung, ich habe welche und mache einen (sehr) guten Preis.

Der Einbau eines Dämpfers (wenn alle Rahmenbedingungen korrekt eingeschätzt wurden und das Material passt…siehe oben) ist tatsächlich eine fünf Minuten Aktion. Das schwierigste daran ist noch die Buchsen am „zweiten Ende“ so zu platzieren dass die Hülse mit wenig Hilfe durchgestossen werden kann. Ein bisschen ein Gefummel und ein sehr gefühlvoller Umgang mit einem Hammer wirken Wunder. Dämpfer montiert, passt. Aufpumpen gemäss Tabelle als Start, SAG einstellen statisch (SAG ist die Länge die der Dämpfer einfedert wenn man einfach drauf sitzt) und einmal quer durch den Garten.

Etwas kann noch nicht stimmen, fühlt sich nicht wie Federung an sondern eher wie keine – wobei das Ding doch federt, irgendwie habe ich das nicht gemerkt zum Start. Dieser Dämpfer kennt drei Einstellungen; Offen, „Drive“ und Lock-Out. Der Fox früher kannte Offen und „Pro-Pedal“, eine Einstellung die das Wippen beim Treten verhindern soll….heute kann ich sagen bei meinem Fahrrad und Systemgesamtgewicht sollte aber nicht konnte.

Es ist überhaupt nicht so dass der Dämpfer nicht federt, ganz im Gegenteil. Nur ist er bereits im Modus Drive schon absolut unempfindlich gegen Wippen. Es fühlt sich in Drive deutlich anders an als ein Hardtail, aber doch irgendwie was den Trieb vorwärts angeht recht nahe am Hardtail dran. Eigentlich habe ich den Dämpfer wegen des Lock-Outs gekauft (oder genau dieses Modell), allerdings habe ich den nie gebraucht auf der ersten Ausfahrt. Offen ist der Dämpfer immer noch etwas straffer als der Fox zuvor, das Gefühl auf dem dicken Teppich auszufahren ist verschwunden aber das Velo fühlt sich viel agiler und erstaunlicherweise trotzdem auch stabiler an. Wahnsinn was das Teil bewirkt hat, das Velo fühlt sich wie ein gänzlich anderes an am Hinterrad und der von mir gewünschte Lock-Out dürfte nur sehr selten genutzt werden.

Fazit: Das passt zusammen! Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, eine Wucht bergauf, bergab noch wenig getestet aber sehr gut. Das macht Spass und es ist wirklich erstaunlich wie stark dieses Bauteil das Gesamtgefühl verändert! Das Fahren auf Teppich wie mit dem Fox, ja, vielleicht werde ich das bei der einen oder anderen echten Genussfahrt in der Ebene vermissen, aber der Rest wiegt das längst auf.

Ein „kleines“ Smartphone…..

Mein Smartphone (mit Android Betriebsssytem) hat vor zwei Wochen den Geist aufgegeben. Naja, nicht ganz, der typische schleichende Akku-Tod hat begonnen zu nerven, dreimal am Tag laden ist einfach kein Spass. Da es sich um ein Handy handelte welches ich für CHF 349.– ohne Abo erhalten habe wäre eine Reparatur vielleicht sinnvoll, wenn verfügbar! Für Geräte dieser Preisklasse gibt es aber absolut keine Reparaturangebote – wegwerfen und neu kaufen. Eigentlich ein bisschen doof….

Die Suche ging also los, ich habe das Samsung S8, das S9, das Honor X oder das Huawei P20 ligth angeschaut. Zwei davon in der gewünschten Preisklasse, das S8 mit Superangebot (…das dann ausverkauft war…) nahe dran. S9 – jenseits.

Auf Grund des Sonderangebotes für ein S8 bin ich raus in das Geschäft, laut Webseite hätte das Gerät ab Lager verfügbar sein sollen. Das war es aber nicht – nur in anderen Farben und die waren nicht im Angebot……interessante Strategie für Sonderangebote, nur das schwarze Modell, alle anderen 20 Prozent teurer. Allerdings hatte es das Gerät dort und ich habe es in die Hand genommen. Samsung wird oft gelobt, weil der Bildschirm etwas schmaler ist und man mit einer Hand besser hin kommt. Aber: Der ist auch länger. Wie solle das nun gehen wenn ich das Handy unten in der Hand halte und etwas oben auf dem Schirm erreichen will? Irgendwie in der Hand runter schütteln oder so? Also ich habe einige Verrenkungen im Geschäft versucht und es nicht geschafft das „Teil“ einhändig zu bedienen.

Kleiner Exkurs. Vor etwa sechs Jahren hatte ich mir ein Samsung Galaxy Note 2 bestellt und erhalten. Das Gerät hatte eine 5.55 Zoll grossen Bildschirm. Was wurde ich hoch genommen wenn ich mit dem Gerät unterwegs war. „Hast Du den Fernseher mit dabei?“, „Kann man mit den neuen Tablets auch telefonieren?“, „Ist es als Schneidebrett in der Küche stabil genug?“….ich könnte beliebig weiter machen. Und ich habe es tatsächlich nach einem Jahr entsorgt weil es a) zu gross war als Handy und b) nicht gross genug als Ersatz für ein Notebook oder Tablet.

Heute sieht die Welt ganz anders aus. Samsung S9 5.8 Zoll, iPhone X 5.8 Zoll, Huawei P20 5,8 Zoll, iPhone 8+ 5.5 Zoll. Was also damals ausgelacht wurde ist heute absoluter Standard auf dem Niveau der leistungsfähigsten Handies am Markt. Gelacht wird nicht mehr, vielleicht kann ich mein Note 2 wiederbeleben, das darauf lauffähige Android 4.4.4 (KitKat) ist top :-). Nee, das werde ich nicht tun, aber mein Problem begann. Ich ging auf die Suche nach einem „kleinen“ (unter 5 Zoll Bildschirm) Handy.

Viele davon habe ich auch sofort gefunden, allerdings waren diese alle nicht nur was die Ausmasse anging klein sondern auch, oder sogar noch mehr, was die Leistung der Geräte anging. Alles einfachste Modelle, keine aktuelle Hardware verbaut, Kamera aus heutiger Sicht aus der Steinzeit. Irgendwie auch keine Lösung. Das erste brauchbare Geräte das ich gefunden habe hat mich nicht überzeugt, das war das iPhone SE neuste Generation. Dann doch etwas arg klein (4 Zoll) und mit stark angestaubtem Design. Es hätte aber zwei Dinge erfüllt, klein und aktuelle und schnelle Hardware drin. Aber ja, eigentlich wollte ich für mich ein Handy mit Android, auch weil die Integration mit meiner Smartwatch einfach smarter ist mit Android.

Also weiter suchen…….und finden. Sony XZ1 compact. Neuste Hardware, neuste Software (fast, Android 8.0, 8.1 Oreo ist irgendwo auf dem Weg) und genau die richtige Grösse. Und ja, das Design mindestens so angestaubt wie das beim iPhone SE, kein Wunder, die Desing-Urväter beider Handies sind mehr oder weniger zeitgleich auf den Markt gekommen.

Seit ein paar Tagen nun verwende ich dieses Handy und bin absolut zufrieden damit. Tatsächlich hat Sony neuste Hardware eingebaut und das Ding ist blitzschnell in allen Arbeitsbereichen, die Kamera ist hier noch hervorzuheben, die ist wirklich sehr rasant unterwegs.

Nun, kann es mit den Topmodellen anderer Hersteller mithalten? Nein, das iPhone X hat ein schöneres Design, die mindestens gleich schnelle Hardware und mit der verbauten Doppelkamera und toller Software dazu wohl Vorteile im Bereich Bilder und Filme. Die Samsung Flagschiffe sehen viel cooler aus, haben eine besser auflösenden Bildschirm (das habe ich beim iPhone X noch vergessen) und auch die Kamera ist noch besser. Wasserdicht sind mittlerweile ja alle, ich habe das auch im Pool getestet, die Gesichter der Kinder (meine kleinere Tochter und eine Kollegin) waren unbezahlbar als ich das einfach reingeworfen habe!

Ich bin aber voll und ganz zufrieden weil ich gefunden habe was ich wollte. Ein kleines Handy das technisch auf Topniveau unterwegs ist und ich mit einer Hand bedienen kann. Das Design ist heute eigentlich nicht mehr Geschmackssache sondern einfach nicht mehr modern und auch nur bedingt schön. Dies ist aber das einfachste Argument für mich darüber hinweg zu schauen, da dürfte ich mich von vielen Smartphone Kunden unterscheiden. Auch das Statussymbol ist mir herzlich wenig wert…..

Fazit: Es braucht etwas Aufwand ein Smartphone zu finden welches kleiner ist also solche für die man vor wenigen Jahren noch ausgelacht wurde. Top bedeutet auch gross. Nun habe ich eines gefunden welches mit den Topmodellen der gängigen Hersteller nicht in allen Punkten mithalten kann. Dass ich dabei gegenüber den Android Topmodellen mindestens 500.– und gegenüber den iPhone Topmodellen mindestens etwa 700.– Franken „gespart“ habe macht mich aber sehr glücklich und tröstet mich locker darüber hinweg, dass ich auch dieses Handy in drei Jahren nicht werde reparieren können…..

reMarkable – oder das Ende des Notizblocks?

Für mich wird es durchaus immer schwieriger noch irgendwelche neue Gadgets zu kaufen, weil ich mir schlicht und einfach sehr viele schon gekauft habe. Als passionierter e-Book Leser bin ich vor ca. 2 Jahren auf ein Gerät aufmerksam geworden. Ein e-Reader mit einem sehr tollen e-ink Bildschirm auf welchem man schreiben kann wie auf Papier. War ein Crowdfunding Projekt, der Rabatt für die Finanzierenden war gut (50%), der Verkaufspreis mit weit über 700 Dollars aber doch enorm.

reMarkable Web-Seite

Blind wollte ich das Ding auf jeden Fall damals nicht kaufen, dafür war es schlicht zu teuer und irgendwie war mir auch der Nutzen nicht ganz klar. Die welche damals gezahlt haben mussten sich auch relativ lange gedulden. Dann aber kamen die Geräte auf den Markt und die Wertungen online waren zumindest durchzogen, eher ins Negative tendierend.

Allerdings konnte man die Kommentare auf zwei Arten lesen. Wenn nun ein Geräte welches meinen Notizblock ersetzen soll keinen Web-Browser integriert hat, ist das dann ein Problem? Vielleicht, mit dem Internet verbundene Geräte hätten im Gegensatz zum Papierblock immerhin die theoretische Möglichkeit an Bord. Ich fand das Argument sehr schwach. Ebenfalls total unwichtig aus meiner Sicht die Tatsache dass alles in schwarz/weiss abläuft. Ich habe meist auch nur schwarze Tintenroller dabei. Den Leuchtmarker kann das Gerät simulieren.

Und ganz am Ende der wichtigen Erkenntnisse aber ganz oben was die Reklamationen anbelangt, keine Hintergrundbeleuchtung, was soll man mit dem Gerät nur tun wenn das Umfeld dunkel ist…….was man beim Papier auch machen musst, es gibt dieselben drei Varianten (nichts schreiben, hässliche Zeichen kritzeln oder halt, vielleicht die naheliegendste aller Varianten, man macht das Licht an….).

Ich habe kein Büro, weder zu Hause noch auf der Arbeit. Aus diesem Grund muss ich eigentlich immer alles was ich zum Arbeiten brauche mit mir mit schleppen. Im Auto ok, aber manchmal muss man das ja doch auch irgendwo hin tragen können. Gewicht spielt also eine Rolle! Keine 400 Gramm für unendlich (ist nicht unendlich, aber viele hundert) viele Seiten Schreibpapier ist doch schon mal ein Wort. Auf jeden Fall ein SEHR positiver Punkt für mich.

Nun, das Aktionsangebot kam und hat über meinen Verstand obsiegt! Weil gerade noch schön Geburtstag vor der Tür stand waren eingentlich fast keine Budgetbewilligungen notwendig. Kurz, das Ding habe ich mir bestellt (ist eine Firma aus Norwegen) und es wurde auch innert weniger Tage geliefert (direkt aus Shenzen……schön so global…).

Auspacken und – ja, auf den ersten Blick ein bisschen Ernüchterung. Das Design ist sagen wir mal sehr einfach gehalten, die Haptik an den meisten Stellen ganz gut, aber blanke quadratische Plastiktaster sind echt nicht der Hammer für das Geld. Aber man ist im Norden ja bekannt für gutes Design, deshalb ist hier wohl das Auge des Betrachters (also meines) Schuld an der nicht ganz überzeugenden Darbietung.

Einschalten, geht. Ist man heute von elektronischen Geräten irgendwie gewohnt, also auch hier nichts was speziell erwähnenswert wäre.  Dann sieht man erstmals den Bildschirm und merkt, ja, top Schärfe, sehr gut lesbar. Die nächste vielleicht nicht optimale Geschichte, der zwingend nötwendige Stift ist aus Plastik, das Gewicht hilft wahrscheinlich damit der Bildschirm auch längere Zeit durchhalten kann, und kann nur wenn man mit Aufpreis eine Hülle bestellt vernünftig versorgt werden. Hier kann man jetzt auch sagen „ist nicht anders als beim Papier“, aber beim Papier bin ich sehr flexibel was das Schreibgerät angeht, hier brauche ich halt diesen Stift.

Erster Schreibversuch – abgebrochen! Ist jetzt etwas kaputt? Aber nein, einfach mal warten bis der Softwareupdate durchgelaufen ist. Auch hier wieder etwas an das wir uns längst gewöhnt haben, Geräte aus der Schachtel nehmen, einschalten, mit dem Internet verbinden und dann erst mal warten. Der Standard überhaupt.

Nach dem Update gings aber los und jetzt wurde es so richtig gut. Der Bildschirm ist tatsächlich sehr gut in der Bildqualität (kommt nahe an meinen e-Book Reader ran) und nahezu perfekt was das Schreibgefühl angeht! Natürlich habe ich vorher gerne mit schweren Schreibern handschriftliche Notizen gemacht, jetzt muss ich diesen kleinen sehr leichten Stift verwenden. Aber ich kann immer mit demselben arbeiten, egal wie ich schreiben will (dünn, dick, Bleistift, Kugelschreiber, Roller, Marker, alles geht).

Dass es keine Texterkennung gibt kann ich aktuell gut verschmerzen, ich gehe davon aus dass diese gegen meine Schrift auch nicht wirklich gute Chancen hätte. Dass man sich Notizen zusenden kann ist nett, da kann die Software aber gerne noch einen Update erfahren damit weitere Dienste bedient werden können. Wäre ja cool wenn man das alles direkt in ein OneNote oder so senden könnte…..da bin ich aber guter Dinge dass genau in dem Punkte noch Erweiterungen kommen werden.

Fazit: Ich bin richtig begeistert, ich spare mir kiloweise Papier und suche nichts mehr (wo habe ich das schon wieder notiert, eher in den ersten 30 Seiten oder dahinter..) weil doch deutlich mehr Struktur möglich und einfach machbar ist. Dass das alles noch nicht absolut perfekt integriert ist in andere Notizendienste dürfte eine Frage der Zeit sein. Ich würde das Teil nicht mehr hergeben – höchstens gegen eines dem man die Qualität auch von aussen ansieht. Und ja, es ist teuer das Teil….

…keine Artikel mehr….wieso weiss ich selbst nicht

„Früher“, allzu lange ist das dann auch wieder nicht her, habe ich sehr viel hier geschrieben und geposted. Manchmal täglich, dann paar Tage nicht, dann mehrfach. Nun seit ein paar Monaten und das ganze Jahr 2018 bis jetzt einfach nichts, kein einziger Artikel.

Wieso? Weil ich nicht muss? Weil ich nicht mehr kann? -> wahrscheinlich gibt es andere Gründe die dazu geführt haben. Fehlende Ideen war sicher ein Grund, ohne eine Idee was man der Welt hier aufdrängen möchte an unnötiger Information kommt auch kein Artikel raus.

Aber das alleine war es nicht. Ich war sehr beschäftigt in letzter Zeit und das auf einer Ebene, die mich auch im Kopf recht stark belastet hat. Da wurde verarbeitet, überdacht, von vorne begonnen mit den Gedanken. Das mehr oder weniger vom Aufstehen bis zum ins Bett gehen.

Das wäre doch ideal um die Verarbeitung dieser Gedanken hier festzuhalten? Tatsächlich wäre das manchmal auch für mich eine Art Auflockerung gewesen um mit einigen Dingen aufzuräumen im Kopf. Leider aber bewegten sich diese Gedanken oft im Umfeld Firma und Mitarbeiter, beides Dinge die doch zwischen intern und persönlich anzugliedern sind und somit hat sich eine öffentliche Auseinandersetzung damit verboten.

Tatsächlich hatte ich zu Beginn versucht diese Gedanken trotzdem einfach mal aufzuschreiben und halt einfach nicht zu veröffentlichen. Sehr interessant für mich war dabei, dass es für mich nicht dasselbe war. Wenn ich einen Artikel schreibe und diesen nicht veröffentliche macht schon das Schreiben irgendwie weniger Spass. Vielleicht will ich damit doch nur auffallen…

In der zeit ohen Artikel ist echt viel gelaufen und ich werde auch die eine oder andere Sache hier nachträglich noch aufbereiten. Ein Küchenumbau, eine Tochter die 18 wird, ein neues Dach über dem Sitzplatz, die Planung für eine Solaranlage auf dem Hausdach, Herr Trump als Präsident, Dieselskandale, remarkable device, wie weiter mit Hue-Lampen usw…ja, es gibt genügend Themen und ich hoffe jetzt auch wieder genügend Kapazität im „Hirn“ um das zu Papier zu bringen.

Fazit: Mir hilft es tatsächlich gewisse Dinge aufzuschreiben, allerdings musste ich feststellen dass es nur inklusive Veröffentlichung wirklich Spass macht. Es kommt wieder was – und weil jetzt bald Urlaub kommt könnte das eine ganze Menge werden :-).

„Perfektes“ WLAN – Versuch No…weiss nicht mehr…

Ich hatte in der Vergangenheit schon viel Freude mit WLANs, habe hier auch schon darüber geschrieben – vorallem was die unglaubliche Reichweite betrifft.

Unser Haus ist wirklich eine Art Testobjekt für ein WLAN. Obwohl nicht sehr gross und innen ohne Beton gebaut (Holzboden) hat es ein paar knifflige Situationen. Einmal ist da die Schlackenisolation die im oberen Stockwerk noch vorhanden ist. Zusammen mit der (wahrscheinlich) etwas erhöhten Feuchtigkeit drin ist das schon fast ein Isolationsmedium. Mehr oder weniger derselbe Boden in Richtung Keller, allerdings renoviert und mit Steinwolle isoliert, dämpft das Signal auf dieselbe Distanz nicht mal halb so stark!

Vor ein paar Jahren hatte ich einen extrem leistungsfähigen Access Point von DLINK (leistungsfähig für damalige Verhältnisse) der schon 450MBit auf 2.4Ghz Band anbieten konnte. Leider hatte ich kein Gerät welches das auch entgegen nehmen konnte, die Geräte waren da noch bei maximal 150Mbit. Effektiver Durchsatz nahe beim Gerät vielleicht 80, im EG noch 60-70  – im oberen Stockwerk gegen 0 tendierend!

Deshalb habe ich vor Jahren mit Ubiquiti’s Unifi Serie angefangen. Zuerst mal ein 300N Netzwerk mit drei per Kabel angeschlossenen Access Points. Feine Sache, in jedem Stockwerk voller Empfang und relativ gute Leistung. Diese G-Standard APs habe ich dann mal durch AC-Standard (und 5Ghz) APs ersetzt – weiterhin eine feine Sache. Allerdings, massiv „verschmutzte“ Luft! Im Prinzip waren die APs viel zu nahe beieinander und obwohl der Durchsatz schlecht war, hat es doch immer wieder gereicht dass sich diese entweder gegenseitig gestört haben oder aber dass die Geräte sehr häufig zwischen den APs gewechselt haben. Ist kein Problem, die können das, aber tatsächlich spürt man das an der Performance.

Hinzu kommt, dass auch die Nachbarn Netzwerke haben. Ich habe meine 2.4Ghz und 5Ghz Netzwerke damals getrennt damit die Geräte nicht auch noch den Kanal ständig wechseln. Meine Installation hätte also 6 freie Frequenzen gebraucht um maximale Leistung zu bringen – und die gibt es bei mir nicht! Also war immer irgendwo recht viel Störung drauf. Obwohl ich das ziemlich streng „überwacht und kontrolliert“ habe, wurde die Leistung deutlich eingeschränkt.

Also irgendwie trotz Roaming und viel Wartungsaufwand irgendwie nicht die ideale Lösung. Eine Reduktion der APs war mit den von mir gewählten nicht möglich, da deren Reichweite einfach nicht ausreichend war, egal wo ich die hingestellt hätte. Also bleibt nichts anderes als EIN AP mit einer sehr guten Antenne – weil viel Leistung allein nichts bringt da die Geräte den „Rückweg“ für die Daten nicht mehr finden – weil egal wie viel Leistung mein AP senden kann, mein Smartphone kann immer gleich viel. Gute Antenne, auf Grund der zu erwartenden Installation im Wohnzimmer (auch keine APs mehr in den Schlafzimmern, aus meiner Sicht ein sympathischer Nebeneffekt) müsste das Gerät optisch „zurückhalten“ sein.

Wenn man nun die Dinger anschaut mit ihren x Antennen die aussehen wir auf dem Rücken liegende Spinnentiere – das kann ich auf jeden Fall vergessen dass so etwas im Wohnzimmer akzeptiert würde. Ganz nebenbei wollte ich auch ein Gerät von Ubiquiti, die Software (Controller) ist schon recht gut und meine Erfahrungen waren auch durchweg positiv!

Ja, es gibt ein Gerät, weiss, flach, rechteckig – Unifi AC-M-Pro – das muss es sein (die Mesh-Funktionalität ist bei Unifi jetzt nicht so wichtig weil die mit jedem AP machbar ist – läuft ja auf allen dieselbe Software…)! Kurz die technischen Daten und – nein, 30x18x6cm – kann nicht sein, oder? Ist ja ein riesen Ding! Aber klar, ist logisch, eine 8dbi Antenne (oder genauer 9 davon) muss ja auch irgendwo Platz finden – da wo andere ihre Fühler ausstrecken wird es hier einfach mit schierer Grösse gemacht!

Nun gut, auf Grund des sehr zurück haltenden Designs durchaus tauglich – wurde in der Zwischenzeit auch bestätigt. Da ich nun erstmals in dieser Leistungsklasse wieder gute Antennen hatte, musst der Versuch im Keller doch noch sein – vielleicht komme ich ja um die Installation im Wohnzimmer doch noch rum. Allerdings weit gefehlt. Grundsätzlich geht das einfach mal nicht. Mit sehr hoher Leistung ist das Netzwerk zwar überall sichtbar, aber nicht nutzbar. Dies weil die Geräte die Signale entweder nicht zurück bringen oder auch auf Grund massiver Reflexionen im Haus. Dies ist grundsätzlich ein Nachteil bei hoher Sendeleistung – deshalb ist das gewählte Gerät auch wasser- und winddicht und eigentlich für grosse Aussenanlagen gedacht.

Im Wohnzimmer am richtigen Ort aufgestellt (sehr erstaunlich was manchmal 1m ausmacht) reicht es nun für das ganze Haus. Nicht im 5Ghz Netzwerk, da ist im oberen Stockwerk immer noch zappenduster – aber doch in den unteren zwei. Auf 2.4Ghz geht das wunderbar durch und naja, Durchsätze im Rahmen 30-50Mbit sind dort genügend, das reicht locker für Musik, Videos, Fotos und so weiter. Wem’s zu langsam ist soll halt in den 5Ghz Empfangsbereich (mit einem Gerät welches das auch wirklich nutzen kann..) ich habe da als Maximum jetzt mal 440Mbit erreicht was sich schon sehr flott anfühlt (Internet-Access 250Mbit -> der Durchsatz entsteht im Zugriff auf mein NAS – und auch da nur auf eines weil im anderen zu lahme Disks drin sind…..).

Also, mit diesem Gerät aus der „Pro“ Serie von Unifi bin ich irgendwie zurück zu den Wurzeln – eine SSID, alle Standards drauf – sorglos gut. Wahrscheinlich könnte man auf andere Weise (…unter anderem auf die Weise die ich jetzt ein paar Jahre betrieben habe…) noch mehr Leistung raus holen. Aber wir haben nur sehr wenige Endgeräte die damit umgehen könnten und wenn der Empfang im Badezimmer nicht gut ist finde ich das gar nicht sooo schlecht……

Fazit: Zurück zu den Wurzeln, einfache Bedienung, keine ständiges Fummeln und tunen mehr – ich glaube, ich werde alt ;-)!

Ein nächster „Psycho-Test“…

Ich habe von jemandem gehört, dass es einen recht coolen Test geben soll welcher mich in eine der „16 Personalities“ einordnen wird. Grundsätzlich stehe ich all den Tests eigentlich immer sehr offen gegenüber, also auch diesem – und los geht’s.

Wer es auch machen möchte ( http://www.16personalities.com ) für den ist der Test und eine erste Auswertung gratis. Einen detaillierte Typauswertung gibt es oben drauf für 33 oder so Dollars…

Man muss bei dem Test Fragen beantworten und diese sind manchmal verneinend und manchmal bejahend gestellt – ich denke da wird dann die Sorgfältigkeit gleich mal mit getestet und Widersprüche entdeckt und neutralisiert. Man hat drei Punkte auf der Seite „stimmt“ und drei Punkte auf der Seite „Stimmt nicht“ die man anklicken kann. Grundsätzlich gibt es auch den 7ten Punkt in der Mitte, den man laut Anleitung nicht benutzen sollte. Ich gehe ja schwer davon aus, dass die Benutzung diesen Knopfes relativ stark die Resultate beeinflussen wird.

Für mich kam das sowieso nicht in Frage, wenn ich etwas gefragt werde und ich kann wählen ob das stimmt oder nicht dann werde ich mich entscheiden können – zumal ich ja noch drei „Güteklassen“ zur Verfügung habe. Ich habe den Test einmal gemacht und mir doch manchmal überlegt, in welcher Güteklasse ich mich einordnen soll. Stimmt so ein bisschen, stimmt ziemlich gut, stimmt absolut – das war jetzt wirklich nicht immer einfach zu entscheiden.

Zu guter Letzt kam bei mir der Persönlichkeitstyp „Entrepreneur ESTP-A“ heraus. Allerdings waren da doch teilweise in den Unterkategorien keine grossen Ausschläge in die eine oder andere Richtung zu sehen. Grundsätzlich konnte ich mich allerdings schon mehr oder weniger in den Resultaten erkennen. Das passte schon zu mir was da erklärt wurde und war auch nicht derart allgemein gehalten dass es so oder so auf jeden passen würde (was ich grundsätzlich allen Horoskopen unterstelle!).

Allerdings war ich mir doch irgendwie nicht ganz sicher, ob das auch raus gekommen wäre wenn ich nur in schwarz/weiss geantwortet hätte (also nur die Auswahl „Stimmt absolut“ oder „Stimmt absolut nicht“ anwählen würde). Also habe ich nach ein paar Tagen den Test nochmals gemacht und ausschliesslich die Extreme ausgewählt. Was kam dabei heraus – überall wo es knapp war vorher ist es jetzt absolut klar, nie und nirgends hat sich das Ganze in eine andere Richtung entwickelt – es wurde einfach eindeutiger. Irgendwie ist das natürlich eine kleine Überraschung. Sollte jemand jetzt den Test auch mal versuchen wollen rate ich gar nichts – weil wahrscheinlich dürfte es Typen geben die schlicht nicht in der Lage sind nur die Extreme zu wählen.

Natürlich wird auch hier der Mensch nicht „durchleuchtet“ oder wirklich tiefgründig beurteilt. Trotz allem bin ich erstaunt dass die paar Fragen zweimal zum selben Ergebnis – immerhin können 16 verschiedene Typen raus kommen, zweimal derselbe scheint schon irgendwie Struktur zu haben –  geführt haben und dass ich mich darin durchaus erkenne. Lese ich andere Typen muss ich sagen, hmm – passt tatsächlich nicht, die Auswertung stimmt.

Ich habe mir jetzt noch die komplette Typisierung des Entrepreneurs runter geladen (was dann etwas kostet) und bin gespannt diese in den Ferien mal durchzulesen.

Fazit: Bei mir „funktionieren“ solche Tests auch wenn die Aussagen „extrem“ sind. Ich kann mich in den Resultaten immer erkennen und umgekehrt kann ich mich in anderen Profilen nicht erkennen. Beim nächsten solchen Test den ich spannend finde werde ich das Ding mal umdrehen und zuerst die möglichen Resultate anschauen. Ich schliesse nicht ganz aus, dass man einige Eigenschaften auf sich selbst reflektiert weil sie auf Papier stehen und nicht weil es diese wirklich gibt! Wieso sonst sollte ich mich in Sternzeichenbüchern oder -typisierungen erkennen?

Unser politischer Rechtsrutsch….

Am 9. Februar 2014 hat das Schweizer Stimmvolk die Masseineinwanderungsinitiative mit 50.3 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Keiner der Stadtkantone mit hohem Ausländeranteil war dafür. Ich arbeite in einem internationalen Konzern und hatte damals mit einige Deutschen Kolleginnen und Kollegen zu tun. Was musste man sich da alles anhören.

Fast schon als radikal, ausländerfeindlich wurde die Schweiz dargestellt. Ich bin heute noch der Meinung, dass das Resultat auf eine Art ein „Versehen“ war – spätere Abstimmungen das noch strenger auszulegen sind richtig gehend bachab gegangen. Aber es war so – und es gibt Auswirkungen und Erschwernisse, keine Frage. Die grundsätzliche Geschichte dass die Schweiz ein autonomer Staat ist und somit der EU nicht blind nachrennen muss hat schon eine gewisse Bedeutung gehabt in dieser Frage.

Damals habe ich viel diskutiert und oft war „man“ der Meinung – das hätte in vielen europäischen Staaten auch passieren können. Nur hat das Volk dort meist nicht diesen direkten Zugriff auf die politischen Aktionen, deshalb wird das erst am Wahlsonntag entschieden oder „geändert“.

Nun war solch ein Wahlsonntag in Deutschland und was haben wir gesehen – aus meiner Sicht ein bisschen eine Peinlichkeit für das Land. Die AfD – eine absolut radikale rechte Partei die sich auch intern absolut uneins ist wird drittgrösste Fraktion in Berlin. Aus meiner Sicht ist eine solche Partei in keiner Weise ein „Alternative“ – auch nicht für Deutschland.

Sicher – nebenbei wie bei uns damals – haben einige die Partei aus einer Art Protest gewählt. Nur hatte man sich da bei uns zwar für eine Rechte, aber natürlich nicht radikale Partei (eine der ganz grossen Parteien) entschieden. Hier aber haben sich die Protestler aus meiner Sicht deutlich vertan. Rechts, auf das eigenen Wohlergehen ausgelegt – alles ok. Aber radikal geht gar nicht – und das hat jetzt auch nichts mit der Geschichte Deutschlands zu tun sondern ist einfach ein Fakt.

Trump, die AfD – populistische Parteien oder Akteure sind im Aufwind – da kann man nur hoffen, dass die sich selbst zerfleischen. Trump denke ich ist auf recht gutem Weg irgendwann nicht mehr ernst genommen zu werden (oder nur noch von zu wenigen Leuten) – ist aber leider gefährlich. Die AfD muss sich jetzt erst mal wieder neu erfinden (weil die Petry ja schon mal den Sch…. eingezogen hat…) und mit ein bisschen Glück wird das nicht wirklich funktionieren. So wie es jetzt scheint wird das eine derart extreme Auslegung geben, dass zumindest ein Teil der Wähler ein schlechtes Gewissen bekommen werden.

Fazit: Ich bin mehr oder weniger davon überzeugt, dass die Diskussionen mit Deutschen Kollegen entweder verstummen oder eine ganz neue Qualität erhalten werden. Ich erachte es als peinlich, wenn ein Land meint dass diese Denkweise in der Lage sein sollte, einen modernen, tollen Staat zu regieren.

In Facebook hat einer dazu einen interessanten Vergleich gezogen; „Wenn das Bier in der Kneipe schlecht ist gehe ich in eine andere Kneipe oder bestelle ein anderes Bier – aber ich gehe nicht aufs Klo und trinke das Wasser aus der Schüssel“. Das würde ich so einfach mal stehen lassen…

Zwei Männer – eine Zeitung…

Ein Vereinspräsident und ein Fussballexperte zanken sich seit Monaten. Der Präsident sieht rot und verteilt mal eben locker ein paar kleine Ohrfeigen – grosses Pech dabei, die Kameras eines Fernsehsenders laufen mit. Und noch mehr Pech, die grösste Boulevardzeitung der Schweiz ist genau so ausschliesslich ein Kritiker der Situation um diesen Fussballclub.

Ich will auf keinen Fall das Verhalten billigen – es geht nie und nirgends dass Fäuste für Gerechtigkeit stehen. In diesem Fall ist es wahrscheinlich sogar schwierig zu sagen ob für mehr Gerechtigkeit gesorgt werden müsste. Noch weniger als überhaupt schon geht das im Umfeld von Sport wo Fairness und faires Spiel das oberste Gebot sind. Wäre es ein Spieler während eines Spiels gewesen (ich meine, das gibt es jedes Wochenende im Fussball – wahrscheinlich sogar mehrfach pro Spielrunde in allen Ligen) wäre der Fall klar. Rote Karte – ein paar Spielsperren und die Sache wäre erledigt.

Nun liegt der Fall hier etwas komplizierter da das grundsätzlich ausserhalb des „Spiels“ passiert ist und somit irgendwie „nur“ eine Angelegenheit zwischen zwei Männern ist. Ich gehe davon aus, dass die sich auch gegenseitig vor Gericht ziehen werden – der der wohl dafür eine Busse kassieren wird wird wohl nicht allzu beeindruckt sein von der Höhe weil er über ein geschätzes Vermögen von nicht ganz 300 Millionen verfügt. Immer schon war er im Fussball, als Spieler und FC Sion Präsident ist er zum zweiten Mal; Und seine Führungsmethoden dort sind mehr als umstritten und verschleissen reihenweise Spieler und Trainer.

Trotz all dem ist es doch wahrscheinlich, dass es diesen FC in dieser Spielklasse auch mehr oder weniger wegen ihm überhaupt (noch) gibt. Ob im Wallis viele Investoren zu finden wären würde er aussteigen – man kann zweifeln.

In der Zwischenzeit ist noch sein Sohn in den Verein eingetreten und so wie es aussieht hat dieser durchaus das eine oder andere Gen vom Papa geerbt und hält nicht zurück. Aussteilen ist also durchaus an der Tagesordnung.

Nun kam sein Kontrahent also so richtig dran! So richtig? Ja, mit flacher Hand – allerdings war davon am gleich darauf gehaltenen Interview nicht wirklich etwas zu sehen. Das waren wohl keine allzu heftigen Schläge. Gestürzt ist der „Gegner“ auch noch – allerdings wie er selber sagt über ein Kabel während des Ausweichens. Liegend hat er wohl noch einen Tritt kassiert.

Unmögliche Wildwest Methoden im Wallis und im Sport – beiden ist damit nicht gedient und sinnvoll wäre, die Geschichte unter den Männer zu regeln (möglichst rasch) und weder das Wallis, noch Sion noch den Fussball länger mit dieser Story zu belasten – es waren nur zwei Männer von denen einer eine seltsame Regelmethode angewandt hat!

War die Wut überhaupt berechtigt? Die Wut denke ich war durchaus berechtigt, die Kritik geht von dem Fussballexperten war durchaus immer auf einem bedenklichen Niveau – wenn auch immer im Sinne des Fussball-Gutmenschen formuliert.

Nebenbei – Fussballexperte – hmm. Natürlich ist er das, aber ist sein Palmares denn derart beeindruckend?? Zweimal Schweizer Meister als Trainer (1993 mit Aarau, 1998 mit GC) … und dann…beginnen eigentlich schon lange Zeiten in St. Gallen ohne grosse Erfolge, abgelöst von Entlassungen – zuletzt als Sportchef eines Schweizer Vereins. Die „Grösse“ soll wohl von seinem Amt als Nationaltrainer kommen – allerdings; Vier Siege, ein Unentschieden und sechs Niederlagen in der Amtszeit die etwas mehr als ein Jahr lang war. Man könnte also da durchaus sagen, da gibt es erfolgreichere Leute die eventuell noch mehr Expertise mitbringen könnten. Das will ich aber nicht beurteilen – bin selbst kein Fussballer – die Liste war einfach nicht sooo beeindruckend fand ich.

Jetzt ist aber der „Blick“ aufgesprungen – weil an Trump (obwohl es da vielleicht um Weltkrieg geht) hat man sich eigentlich gewöhnt und mehr Bilder von Wirbelstürmen die abertausende von Menschen ins Elend reissen ist auch nicht mehr populär. Da ist ein solcher Skandal viel spannender und passt wahrscheinlich auch besser zu einem Teil der Leserschaft. Jeden Tag – mehrfach – irgend etwas zu dem Thema! Immer ist einer ganz lieb und Opfer und der andere ganz bös und untragbar. Diese Sicht lässt sich gut verkaufen, ist aber u.U. falsch – und nochmals, ich finde die Methode der Ohrfeigen falsch, aber diesen Skandal könnte man auch bei Fondue und Fendant lösen – wahrscheinlich im Wallis die häufigere Art Probleme zu lösen.

Fazit: Zwei Männer, einer entscheidet sich für eine falsche Option und löst diese ein. Der andere war kein Engel, die Aktion ist aber auf keine Weise zu rechtfertigen. ABER – die beiden sollen das unter sich lösen und die Medien sollen Abstand nehmen. Was jetzt berichtet wird hilft niemandem – am Ende nicht dem Fussball, nicht dem FC Sion und auch keinem der Streithähne! Lasst die das regeln und uns in Ruhe damit – es gibt grössere Skandale auf der Welt und aktuell wahrscheinlich Dinge, die uns weit weg erscheinen uns aber wesentlich unmittelbarer treffen könnten.

Apple auf den Spuren der Mitbewerber…

Lange Zeit war klar – der Erfinder des Smartphones erfindet auch die wichtigsten neuen Funktionen welche von den Mitbewerbern dann ähnlich und/oder teilweise gar besser kopiert und ebenfalls eingeführt werden.

Aus meiner Sicht war das vielleicht sogar ein Grund dafür (plus das hervorragende Design und die qualtitativ sehr gute Umsetzung sowohl bei Hard- wie auch Software) wieso die Geräte auch teurer sein durften als andere.

In den letzten zwei Jahren bekam ich allerdings immer mehr das Gefühl, dass diese Situation sich eher umkehrt. Die Innovationen und Neuigkeiten kommen eher von den Mitbewerbern und werden von Apple danach „veredelt“ und mit (meist) perfekter Funktion nachgebaut.

Die Vorstellung von iOS11 und noch mehr der neuen Smartphone 8 und X bestätigen meine Gefühle aus meiner Sicht voll und ganz. Aus meiner Sicht alle Funktionen die neu kommen (neben den 100ten von kleinen Änderungen im Umfeld Bedienung) und eine gewisse Bedeutung und Umfang haben sind keine Neueinführungen von Apple. Die Gesichtserkennung kann natürlich als solche gesehen werden (Konkurrenten scannen die Iris des Auges und nicht das Gesicht – ob die nicht „einzigartiger“ ist als das Gesicht wird die Zukunft und die Praxis zeigen), allerdings erkenne ich persönlich nicht wirklich einen Mehrwert darin. Dürfte eher in die Richtung gehen „wenn man das mal hat will man es auch in Zukunft haben – solange man das nicht hat fehlt auch absolut gar nichts“.

Kabelloses Laden – ja, eine nette Sache, mein Nokia mit Windows Mobile konnte das auch. Weil es damals schlicht sehr langsam war habe ich die Funktion nie benutzt, ich denke, Apple hat das besser gemacht – allerdings auch Samsung und andere. Ob diese Art zu laden die Gesundheit schädigt ist eine viel diskutierte Geschichte, auf Grund all der so oder so vorhandenen Strahlung von allen Seiten gehe ich davon aus, dass es meine Gesundheit nicht beeinträchtigen würde solange ich das Ladegerät nicht als Kopfkissen verwende.

Aber am Ende der Präsentation bleibt der Eindruck, dass ein iPhone X eine Art „optimierte Variante“ aller Innvoationen der Mitbewerber vereint in einem Gerät darstellt. Damit ist auch klar, vielleicht ist das X eines der besten wenn nicht das beste Gerät am Markt wenn es denn raus kommt. Nebenbei ist es aber mit Abstand das teuerste – ob es für diese Preisdifferenz heute noch reicht wenn man „nur“ optimiert – ich bin skeptisch.

Die Produktestrategie von Apple zeigt auch klar, es gibt auch günstigere Modelle die im Verkauf bleiben, ein klares Zeichen dass der ständige Rückgang an Marktanteilen auch Apple trotz aller finanziellen Möglichkeiten nicht kalt lässt. Ob es das iPhone 8 gebraucht hat weiss ich nicht, ich hätte dieses in alter Manier 7S getauft und nicht suggeriert dass es etwas Neues sein soll.

Fazit: Ich bin gespannt ob die Optimierung von vorhandenen Dingen heute noch reicht um eine fast schon grotesk hohen Preis zu rechtfertigen. Ich bin (ohne es gesehen zu haben) der Meinung, dass das iPhone X vermutlich wenn es kommt das beste Smartphone am Markt sein wird – aber ein Rolls Royce ist vielleicht auch die beste Limousine am Markt und trotzdem nur in einem engen Kreis erfolgreich. Es wird sich zeigen….